wie im Beitrag „Der Wald blüht?“ angekündigt geht es nun darüber das Mysterium des Waldhonig und seines Ursprunges zu lüften.
„Gibt es heuer Waldhonig? Weil heuer hat doch der Wald geblüht!“
Solche und noch viele andere Aussagen werden immer wieder an uns herangetragen.
Das Waldhonig nichts mit der Blüte der Fichte und Tanne im April/Mai zu tun hat und wie Waldhonig oder auch Honigtau, Tannenhonig oder Fichtenhonig entstehen erzählen wir euch im folgenden Beitrag!
Waldhonig kennt ihr wahrscheinlich als Honig mit einer schönen dunklen Farbe. Von dunkelbraun bis dunkelgrün und fast schwarz.
Diese Art von Honig nennt man auch Honigtau!, und nicht Läuse Lulu! 😉
Warum Honigtau? Hat das was mit Tau zu tun? Und das dass schon garnicht Urin von Läuse ist was von manchen Unwissenden behauptet wird!
Indirekt hat es mit Schwitzen zu tun!
Man kann auch sagen die Nadelbäume bzw. auch Laubbäume schwitzen Honig bzw. Nektar.
Waldhonig entsteht nur bei idealen Bedingungen!
- Die Saison für Waldhonig beginnt meist Ende Mai bzw. anfang Juni. Fichten mit jungen Austrieben, also Astspitzen sind Grundvoraussetzung.
- Weiters ist ausreichend Bodenfeuchtigkeit und Luftfeuchtigkeit notwendig, das heißt es sollte immer wieder etwas geregnet haben bzw. regnen, aber eben auch nicht zuviel.
- Es sollte des Weiteren mild warm sein. Also nicht zu kalt und nicht zu heiß.
- Zu guter Letzt ist dann noch die Rindenlaus oder auch Baumlaus (lateinisch: Lachnidea) notwendig sodass der Waldhonig so richtig ins fließen kommt.
Nur wenn alle diese Bestandteile vorhanden sind kann es Waldhonig geben!
Sind alle diese Bedingungen erfüllt dann läuft das so ab.
Die Rindenlaus, also die Lachniden vermehren sich und bilden eine große Anzahl an Tieren auf den frischen Baumtrieben.
Da der Baum über ausreichend Baumsaft verfügt weil es genügend geregnet hat und das milde sonnige Wetter die Photosynthese anregt produziert der Baum massiv viel Zuckerhaltigen Baumsaft. Der Baum steht sozusagen unter Druck.
Die kleinen Läuse stechen nun die frischen triebe an und beginnen diesen aufzunehmen.
Da der Baum wie schon angesprochen unter Druck steht wird der Baumsaft sozusagen in die Laus hineingepresst und sie bläht sich auf.
Aufgrund des Druckes beginnt die Laus an ihrer Oberfläche nun Honigtau zu schwitzen.
Dieser Honigtau ist für unsere Bienen unwiderstehlich und sie werden wie Magnete angezogen. Unsere Bienen nehmen nun diesen Honigtau auf und transportieren ihn nachhause ind ie Bienenstöcke. Dort wird der Honig von Biene zu Biene weitergegeben und somit einerseits mit körpereigenen Substanzen versehen und andererseits wird auch die Feuchtigkeit reduziert. So wird aus dem dünnflüssigen Baumsaft ein zäher, dunker, karamelartiger Honig, den die Bienen in ihren Waben einlagern.
Ihr seht, es ist einiges notwendig um Waldhonig ernten zu können und das es für unsere Bienen besonders aufwendig ist diesen zu sammeln und herzustellen!
Daher gibt es Waldhonig auch nicht jedes Jahr!
Sollten wir wieder Waldhonig ernten dann verpass das nicht und melde dich bei unserem Newsletter an, hier erfährst du als Erste wenn es wieder etwas Neues gibt!
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Auch Laubbäume können Honigtau produzieren!
- Akazie
- Eiche
- Erle
- und viele mehr…
Auto ist voll mit einer süßen Kruste aus Honig überzogen? Wie du das erkennst?
Vielleicht ist dir im Sommer schon einmal aufgefallen das dein Auto mit ganz feinen Tröpfchen überzogen ist. Diese feinen Tröpfchen am Lack und der Windschutzscheibe lassen sich nur mit Wasser wieder entfernen und auf der Windschutzscheibe schmiert das dann ziemlich?
Ihr denk nach und kommt dem Rätsel einfach nicht auf die Spur. Woher stammt dieses Zeug? Wurdet ihr womöglich Opfer von Vandalismus?
NEIN, habt ihr vielleicht euer Fahrzeug einige Stunden unter einer Akazie geparkt gehabt?
Ahhhh genau! Dann ist das mit 100% Sicherheit eine Akazie gewesen die gerade honigt! Dieser Honigtau tritt an den Knospen der Akazie aus und Tropft wie ein Sprühregen auf alles was sich darunter befindet. Bienen, Ameisen, Wespen und alle weiteren Insekten freuts! Und natürlich auch uns Imker!
Nach dem nächsten Regen, oder dem Besuch in der Waschanlage ist euer Auto wieder so wie vorher und blitze blank! 😉

TIPP
Echter natürlicher Honig kristallisiert irgendwann einmal. Dafür sind erstens die Pollen verantwortlich die beim Honigschleudern in den Honig gelangen und weiters die Mehrfachzucker im Honig.
Honig der nicht kristallisiert wurde entweder gefiltert und enthält damit viel weniger gesunde Spurenelemente, oder er wurde zu stark erhitzt und somit handelt es sich auch nurnoch um eine Zuckerlösung ohne gesunde Inhaltsstoffen.
Wenn ihr euren Honig gerne flüssig konsumiert und ihn gerne von kristallisiert in flüssig bringen wollt dann müsst ihr darauf achten das ihr ihn nicht überhitzt.
Wir können euch dafür folgende Gerät empfehlen, welches sich auch anderweitig z.b. für das Aufwärmen von Kleinkindnahrung nützen lässt:

Ausblick!
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Danke- ganz, ganz super! 99 von 100 Leuten haben keine Ahnung, was Waldhonig eigentlich ist! Kann man in der PRAXIS eigentlich es so einrichten, daß 1 Bienenvolk das ganze Jahr NUR Waldhonig sammelt? Oder muß man die Bienenstöcke jedenfalls nach der Tracht überstellen? Kann man also „zwischen-schleudern“ also nach dem Waldhonig-Eintrag schleudern und danach auf Blütenhonig umstellen indem man die Stöcke überstellt? Wie hoch ist ETWA der Waldhonigertrag 1 Bienenvolkes im Vergleich zum Blütenhonig?
Hallo Wolfgang! Danke das dir unser Beitrag gefällt 🙂 Das ist leider richtig, die meisten Leute glauben das der Wald blüht und es jedes Jahr Waldhonig geben kann. Dem ist leider nicht so. Nun zu deiner Frage ob ein Bienenvolk das ganze Jahr Waldhonig sammeln kann. Waldhonig kann nur in Waldreichen Gebieten vorkommen und das auch nur ab anfang mitte Juni wenn sich die Schild und Rindenläuse notwendig die den Saft der Fichte oder anderen Nadelhölzern anzapfen. D.h. Voraussetzung ist das dass Bienenvolk in einer bewaldeten Gegend platziert wird und sich die Lauspopulation im Juni entwickelt und hier spielen die Umweltbedingungen eine große Rolle (Regen, Temperatur,…). Wie du auch erwähnst kann man „Zwischenschleudern“ und das wird in der Praxis auch gemacht. Ende Mai wird der Blütenhonig vom Frühling geerntet, danach im besten Fall mitte/ende Juli der Waldhonig. Heuer fällt bei uns der Waldhonig wieder komplett aus, das heißt es gibt nur ganz wenig Sommerblütenhonig, daher gibt es auch heuer weniger Honig insgesamt. Nun zum Ertrag. Das ist sehr unterschiedlich, aber wir hatten schon Jahre da waren 35kg Waldhonig pro Bienenvolk möglich. In einem idealen Bienenjahr wo die Frühlingsblüte gut verläuft und der Wald auch honigt würde ich eine 2/5 Blüte und 3/5 Waldhonig Verteilung bei insgesamt 50kg / Volk und Jahr annehmen. Hoffe wir konnten dir helfen 😉